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Gruppe von Tieren Bildquelle (c) istockIm Deutschen nennt man es "Tiersammelsucht", das krankhafte Sammeln und Halten von Tieren. Diese Personen halten viel zu viele Tiere auf engsten Raum, mit mangelhafter Hygiene, Nahrung und tierärztlicher Versorgung. In einer neuen deutschen Studie kommt Tina Sperlin zum Ergebnis, dass ein Viertel der Hoarder bis zu 26 Tieren hält. Die Hälfte bis zu 95 (!!!!) und der Rest, also knapp noch einmal ein Viertel sogar noch mehr.

Begonnen hat es eigentlich immer mit Tierliebe aber dann endet es leider in einem Desaster. In Wikipedia werden sogar schon verschiedene Typen an Hoardern aufgezählt:

  • Der Pflegertyp: Er sammelt Tiere, zunächst in einer beherrschbaren Anzahl, bis er überfordert wird. Er lebt meist isoliert und zurückgezogen.
  • Der Rettertyp: Er hat einen missionarischen Drang zur Rettung von Tieren, beispielsweise vor einer Einschläferung, der schließlich zu einer Zwangsstörung wird. Rettertypen sammeln eher aktiv Tiere an, zunächst ebenfalls in einer beherrschbaren Anzahl, die ihnen später über den Kopf wächst.
  • Der Züchtertyp: Er züchtet zunächst Tiere für den Verkauf oder für Ausstellungen, deren Zahl dann zunimmt, so dass keine adäquate Haltung mehr gewährleistet ist. Die Tiere werden meist nicht in der Wohnung gehalten und die Lebensbedingungen der Person und seiner Familie sind dadurch nicht beeinträchtigt.
  • Der Ausbeutertyp: Er sammelt Tiere allein zur Befriedigung eigener Bedürfnisse und empfindet weder Empathie für Tiere noch für Menschen. Er fühlt sich als Experte und hat einen starken Kontrollzwang. Probleme der Tierhortung werden nicht erkannt oder bewusst ignoriert, gegenüber Behörden verhält er sich stark ablehnend und ist damit am schwierigsten zu betreuen.

Tatsächlich sind mehr Frauen als Männer von diesem Phänomen betroffen und es ist eine psychologische Herausforderung, diese Personen in ihrer Situation zu helfen. Auffanglager sind im Ergebnis meist Tierschutzheime, die aber bei dieser großen Anzahl von Tieren oft auch an die eigenen Grenzen gehen müssen.

Gepostet am 09.10.2012

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